Peretelkino ist ein seltener Fall, bei dem eine Fahrt „aufs Land" zwanzig Minuten mit dem Zug dauert. Formal ist es bereits Neu-Moskau, faktisch aber ein Kiefernwald, Datschen und eine völlig andere Luft.
Der Ort ist bekannt dafür, dass hier seit den dreißiger Jahren Schriftsteller lebten: Pasternak, Tschukowski, Okudschawa, Jewtuschenko. Heute sind ihre Datschen Museumshäuser, und daneben befindet sich das Haus der Kreativität, das sich von einem sowjetischen Sanatorium für Literaten zu einem Kulturzentrum mit Vorträgen, Ausstellungen und Residenzen entwickelt hat.
Anreise
Elektritschka vom Kiewer Bahnhof oder MCD-4 bis zur Station „Peretelkino" - ca. 20 Minuten, das Ticket kostet weniger als hundert Rubel. Von der Station bis zum Haus der Kreativität sind es 15-20 Minuten zu Fuß durch den Wald, und dieser Spaziergang ist Teil des Erlebnisses.
Alternative: Metro „Nowoperetelkino", dann Bus Nr. 316 bis zur Haltestelle „Haus der Schriftstellerkreativität".
Dies ist die billigste und schnellste Fahrt „aufs Land" von allen Moskauer Richtungen - billiger und näher als Kolomna oder Sergijew Possad.
Museumshäuser
Der Museumskomplex - die Datschen von Pasternak, Tschukowski, Okudschawa und Jewtuschenko. Das Haus von Pasternak und das Haus von Tschukowski befinden sich in Straßen, die senkrecht zur Pogodin-Straße verlaufen, wo sich das Haus der Kreativität befindet.
Pasternak-Museumshaus - genau das Haus, in dem „Doktor Schiwago" geschrieben wurde. Die Einrichtung ist erhalten geblieben, es werden Führungen angeboten.
Tschukowski-Museumshaus - das lebendigste von allen, besonders mit Kindern: hier dreht sich alles um „Moidodyr" und „Aibolit", und das Haus sieht immer noch so aus, als wäre der Besitzer nur für eine Minute weggegangen.
⚠️ Wichtig: Die Öffnungszeiten der Museumshäuser sind unterschiedlich, und für Führungen muss man sich telefonisch anmelden. Spontan vorbeizukommen und hineinzukommen, gelingt nicht immer - das ist der größte Fehler in Peretelkino.
Patriarchale Residenz und Kathedrale
Der zweite, völlig eigenständige Grund, nach Peretelkino zu kommen - derjenige, den diejenigen, die „zu den Schriftstellern" fahren, normalerweise nicht kennen.
Seit 1952 ist Peretelkino die offizielle Sommerresidenz des Patriarchen von Moskau und ganz Russland, und seit 1991 befindet sich hier der Spaso-Preobraschenski-Patriarchalhof.
Neben der Residenz steht die Kathedrale des Heiligen Fürsten Igor von Tschernigow - genau die mit den bunten Kuppeln, die man schon von weitem sieht. Die Idee, eine große Kirche zu bauen, stammte von Patriarch Alexius II., das Projekt wurde 2005 genehmigt, und Patriarch Kyrill weihte die Kathedrale am 17. Juni 2013 ein.
Die Kuppeln sind mit farbigen Kacheln verziert, und das Gebäude ist so prächtig geworden, dass es oft mit der Basilius-Kathedrale verglichen wird. Für die Moskauer Region ist dies eine völlig untypische Architektur, und allein wegen dieses Anblicks kommen viele hierher.
Das Gelände des Hofes ist geöffnet, die Kirche ist in Betrieb.
Haus der Kreativität
Ein ehemaliges Schriftsteller-Sanatorium, das als Kulturraum neu belebt wurde. Hier gibt es Vorträge, Aufführungen, Ausstellungen, einen Buchladen und ein Café, und auf dem Gelände befinden sich ein Teich, ein Wald und moderne Installationen zwischen den Kiefern.
Hierher sollte man fahren, wenn die Literaturmuseen einen nicht anziehen: Das Gelände ist offen, ein Spaziergang ist angenehm, und abends ist alles beleuchtet.

Teich auf dem Gelände des Hauses der Kreativität: Abends werden die Installationen beleuchtet, und der Wald spiegelt sich im Wasser
Den Veranstaltungsplan sollte man im Voraus prüfen - das Programm ändert sich jede Woche.







